Modelle erklärt

Versicherungsmodelle: HMO, Hausarzt, Telmed, Apotheke

Wer bei der Erstkontakt-Freiheit Kompromisse eingeht, wird mit Prämienrabatten von 10 – 25 % belohnt. Hier erfahren Sie, welches Modell Ihren Alltag am wenigsten einschränkt — und am meisten spart.

Warum gibt es verschiedene Modelle?

In der Schweizer Grundversicherung (OKP) dürfen Krankenkassen Prämienrabatte gewähren, wenn Versicherte ihre Arztfreiheit einschränken. Die Idee: Durch gezielte Steuerung der Patientenströme sinken die Verwaltungs- und Behandlungskosten. Den Vorteil geben die Kassen als Rabatt weiter. Das Leistungsspektrum bleibt in allen Modellen gesetzlich identisch — nur der Zugangsweg ändert sich.

Aktuell bieten fast alle Versicherer mindestens zwei der folgenden vier Modelle an. Die Kombination mit der passenden Franchise maximiert das Sparpotenzial.

Die vier Modelle im Detail

1. HMO-Modell (Gruppenpraxis)

Beim HMO-Modell (Health Maintenance Organization) gehen Sie bei gesundheitlichen Beschwerden zuerst in ein vertragsgebundenes Gesundheitszentrum. Dort arbeiten Ärzte verschiedener Fachrichtungen unter einem Dach. Eine Überweisung zum Spezialisten erfolgt nur, wenn das Zentrum dies anordnet.

  • Rabatt: 20 – 25 %
  • Ersparnis-Beispiel: Bei CHF 450 Monatsprämie → CHF 1'080 – CHF 1'350 pro Jahr
  • Vorteil: Höchster Rabatt aller Modelle, kurze Wege im Zentrum
  • Nachteil: Eingeschränkte Arzt- und Standortwahl, nicht überall verfügbar

2. Hausarztmodell

Sie wählen einen festen Hausarzt als Erstanlaufstelle. Für Facharztbesuche, Therapien oder Spitalbehandlungen benötigen Sie eine Überweisung. Die Beziehung zum Hausarzt steht im Zentrum — er kennt Ihre Krankengeschichte und koordiniert die Behandlung.

  • Rabatt: 10 – 20 %
  • Ersparnis-Beispiel: Bei CHF 450 Monatsprämie → CHF 540 – CHF 1'080 pro Jahr
  • Vorteil: Persönliche Betreuung, Arzt Ihrer Wahl (aus der Liste)
  • Nachteil: Überweisung nötig, Arztwechsel mit Formalitäten verbunden

3. Telmed-Modell (Telefonberatung)

Vor jedem Arztbesuch rufen Sie eine medizinische Hotline an. Die Fachperson am Telefon berät Sie, gibt Behandlungsempfehlungen und überweist Sie bei Bedarf zum passenden Arzt. Viele einfache Fälle lassen sich direkt am Telefon klären.

  • Rabatt: 12 – 18 %
  • Ersparnis-Beispiel: Bei CHF 450 Monatsprämie → CHF 648 – CHF 972 pro Jahr
  • Vorteil: Flexible Arztwahl nach Beratung, rund um die Uhr erreichbar
  • Nachteil: Anruf bei jeder neuen Behandlung erforderlich

4. Apothekenmodell

Ihre Erstanlaufstelle ist eine vertragsgebundene Apotheke. Dort berät Sie eine Fachperson und entscheidet, ob eine Selbstbehandlung reicht oder ein Arztbesuch nötig ist. Ideal für Personen, die ohnehin regelmässig in der Apotheke sind.

  • Rabatt: 8 – 15 %
  • Ersparnis-Beispiel: Bei CHF 450 Monatsprämie → CHF 432 – CHF 810 pro Jahr
  • Vorteil: Niederschwellig, ohne Termin zugänglich
  • Nachteil: Geringster Rabatt, nicht bei allen Kassen verfügbar

Alle Modelle im Vergleich

Kriterium HMO Hausarzt Telmed Apotheke Standard (frei)
Rabatt20 – 25 %10 – 20 %12 – 18 %8 – 15 %0 %
ErstanlaufstelleGesundheitszentrumFester HausarztTelefon-HotlineVertragsapothekeFrei wählbar
Facharzt direkt?NeinNeinNein*NeinJa
Notfall ohne Umweg?JaJaJaJaJa
VerfügbarkeitStädtischÜberallÜberallRegionalÜberall
Ideal fürJunge, GesundeFamilienDigital AffineGelegenheitsnutzerMax. Flexibilität

* Nach telefonischer Triage kann die Hotline direkt zum Spezialisten überweisen.

Welches Modell passt zu wem?

Entscheidungshilfe nach Lebenssituation

  • Junge Erwachsene (18 – 30): HMO oder Telmed — höchster Rabatt, geringe Einschränkung, da selten beim Arzt. Kombiniert mit Franchise CHF 2'500 maximale Ersparnis.
  • Familien mit Kindern: Hausarztmodell — der Kinderarzt wird zum Hausarzt, persönliche Betreuung, 10 – 20 % Rabatt auf jede Prämie.
  • Berufstätige mit wenig Zeit: Telmed — kein Warten im Wartezimmer, Erstberatung rund um die Uhr per Telefon oder App.
  • Senioren mit regelmässigen Arztbesuchen: Standard-Modell oder Hausarzt — die freie Arztwahl oder die gewohnte Praxis bleiben erhalten.

Modellwechsel: So geht's

  1. Prämien vergleichen — nutzen Sie den Prämienrechner-Ratgeber und wählen Sie verschiedene Modelle aus.
  2. Angebot einholen — fordern Sie eine Offerte mit dem gewünschten Modell an.
  3. Kündigung senden — bis 30. November muss das Schreiben bei der alten Kasse eingehen.
  4. Bestätigung der neuen Kasse abwarten — innerhalb weniger Tage erhalten Sie die Police.

Weitere Einsparmöglichkeiten finden Sie in unseren 12 Spartipps. Und auf der Startseite lesen Sie, warum jeder Schweizer Haushalt jährlich vergleichen sollte.

Ich dachte, HMO bedeutet schlechtere Versorgung. Das Gegenteil ist der Fall: Im Gesundheitszentrum bekomme ich alles unter einem Dach — und spare CHF 1'260 im Jahr.

— Damian P., 33, Winterthur
FAQ

Häufige Fragen zu Versicherungsmodellen

Was ist der Unterschied zwischen HMO und Hausarztmodell?+

Beim HMO gehen Sie in ein Gruppenpraxis-Zentrum, beim Hausarztmodell zu einem festen Hausarzt Ihrer Wahl. HMO bietet meist höhere Rabatte (20–25 %), Hausarzt 10–20 %. Beide erfordern eine Überweisung für Spezialisten.

Kann ich das Modell jederzeit wechseln?+

Ein Modellwechsel ist zum Jahreswechsel möglich. Kündigen Sie bis 30. November. Mehr zur Kombination mit der Franchise lesen Sie im Franchise-Ratgeber.

Bekomme ich im Notfall trotzdem sofort Hilfe?+

Ja. In allen Modellen gilt: Bei Notfällen dürfen Sie direkt ins Spital oder zum nächsten Arzt, ohne vorher die Erstanlaufstelle zu kontaktieren. Das ist gesetzlich garantiert.

Welches Modell spart bei Ihnen am meisten?

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